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Trendbeobachter sehen beim Webdesign das Ende der Usability-Kultur kommen. Usability-Päpste dagegen predigen bei Webauftritten weiterhin Einfachheit, Effizienz und Nutzen als Allheilmittel. Der viel beschworene Konflikt zwischen Design und Usability ist allerdings in Wirklichkeit gar keiner – mit dem richtigen Konzept.
Sie gewinnt keine Design-Preise, ist aber extrem erfolgreich: die Google-Website. Denn sie ist extrem einfach und funktionabel. Jeder sieht sofort, was er tun muss, und kommt schnell zu den gewünschten Ergebnissen. Mit derartigen Beispielen im Rücken werden viele Websites vorrangig nach dem Prinzip der Usability entwickelt: Übersichtliche Navigation, informative Texte, einfache Sprache, Konsistenz in Struktur, Layout und Routinen, wenig Scrollen und vor allem keine Ablenkung durch Bilder, Videos, Animationen, zusätzliche Funktionen oder gar Werbung.
Konflikte zwischen Design und Usability?
Manchen Webdesignern und auch Usern dagegen kann heute die Website gar nicht voll genug sein mit unterschiedlichen Boxen, großen Bildern, abwechslungsreichen Videos und Animationen, weiterführenden Links etc.. Das verstößt scheinbar gegen alle Usability-Regeln. Es ist aber genau das Richtige, um die Aufmerksamkeit und das Interesse an seiner Website zu wecken, die Neugier auf seine Angebote anzuheizen und die Verweildauer der User zu verlängern.
Je nach Ziel und Zielgruppen kann also bei der Konzeption einer Website Design oder Usability im Vordergrund stehen. Ganz gibt es das eine sowieso nicht ohne das andere. Jedem Design-Experten ist klar, dass eine Website ohne Usability nicht funktionieren kann, und jedem Usability-Experten, dass gutes Design für den Erfolg unumgänglich ist. Denn der User sucht sich das aus, was ihm gefällt und gleichzeitig gut funktioniert – sonst ist er nach wenigen Klicks weg.
Usability muss nicht spartanisch sein
Ein Beispiel für eine erfolgreiche Verbindung von Design und Usability ist die mehrsprachige Online-Präsenz www.mtu-online.com, auf der die digitalen Spezialisten von P//MOD aus Erlangen die Websites der Tognum-Marken MTU (Motoren und Antriebssysteme) und MTU Onsite Energy (Systeme zur dezentralen Energieversorgung) gebündelt haben. Mit durchdachter Informationsarchitektur und modernem Layout bildet sie ein gemeinsames Dach für die beiden Markensites, die mit prägnanter individueller Bildsprache darunter ihre eigenständige visuelle Welt und Wahrnehmung haben.
Um die Usability zu gewährleisten wurden in einer ersten Phase die Besuche getrackt und dann ein spezieller Usability-Test durchgeführt. Dabei beobachtete man eine repräsentative Auswahl von „Normal-Usern”, wie sie gewohnheitsmäßig die einzelnen Schritte in einem vorgegebenen Interaktionsprozess lösten. Die Ergebnisse flossen anschließend in eine Optimierung der Usability ein, in der eine Reihe von Funktionen und Abläufen verbessert wurden. Und das ohne das Design wesentlich einschränken oder ändern zu müssen.