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Auszug aus “Social Media Handbuch” (2010) herausgegeben von Prof. Dr. Daniel Michelis und Prof. Dr. Dr. Thomas Schildhauer
The deer now has a gun – Konsumenten übernehmen die Macht
Das Kommunikationsverhalten ändert sich dramatisch. Das betrifft den alltäglichen und persönlichen Austausch zwischen Menschen gleichermaßen, wie den Umgang mit Produkten und Marken. In Zeiten des Web 2.0 hat jeder Einzelne die Möglichkeit, beliebig viele Inhalte über Marken zu produzieren, zu empfangen und zu verbreiten. Die technische Entwicklung geht mit großen Schritten weiter, das Internet wird mobil, die Geräte werden schneller und immer einfacher zu handhaben. Die Folge: Menschen sind permanent erreichbar, haben unbegrenzten Zugriff auf nahezu alle Informationen und können mit jedem in der Welt jederzeit kommunizieren, egal wo sie sich gerade befinden.
Die Konsumenten übernehmen die Macht: Der Anteil der Markeninhalte im Web, der von den Unternehmen direkt gesteuert wird, nimmt permanent ab, gleichzeitig nimmt der Anteil nutzergenerierter Inhalte deutlich zu. So sind schon heute 25 Prozent der Suchergebnisse bei Google zu den zwanzig internationalen Top-Marken von Nutzern generiert. Zudem gelten die Markeninhalte, die vom Konsumenten kommen, auch als vertrauenswürdiger als jene der Markeninhaber selbst. Auf die Frage, welcher Werbeform Konsumenten vertrauen würden, landeten Empfehlungen von bekannten Personen mit 90 Prozent auf dem ersten Platz. Noch immer 70 Prozent gaben an, Kundenmeinungen zu vertrauen, die sie im Internet finden. Dies sind ebenso viele, wie diejenigen, die angegeben haben, den eigenen Websites der Marken zu vertrauen. Den Ergebnissen von Suchmaschinen hingegen vertrauten lediglich 41 und Bannerwerbung gerade mal 33 Prozent.